Ferguson als Spitze des Eisbergs: Rassismus ist allgegenwärtig

„Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden“, heißt es in §32 StGB. Da in Missouri noch nicht das Stand-your-ground-Gesetz gilt, verhält es sich dort ähnlich. Dennoch hat ein Polizist den 18-Jährigen Michael Brown am 9. August 2014 nahezu durchlöchert. Zwei Schüsse gingen durch die Brust, zwei trafen das Opfer am Kopf. Doch Polizist Darren Wilson sagt, er habe in Notwehr gehandelt. So weit, so skurril.

Nun kam aber auch ein zwölfköpfiges Geschworenengremium dazu, die Ausführungen des Polizisten als glaubwürdig zu betrachten – und keine Anklage zu erheben. Wilson gab zu Protokoll, er habe um sein Leben gefürchtet, als der 1,90 große und 136 Kilogramm schwere Brown auf ihn zugekommen sei. Er schoss achtmal. Zeugen berichteten allerdings, Brown sei mit erhobenen Armen auf den Beamten zugekommen. Wieso also hat Wilson geschossen? Warum achtmal? Und warum befinden 12 Geschworene den Polizisten für unschuldig?

Eine Möglichkeit: Weil er ein Polizist ist. Auch in Deutschland kommen sogenannte Gesetzeshüter oftmals davon, wenn sie völlig grundlos zu körperlicher Gewalt greifen – im Sommer in Berlin am Görlitzer Park geschehen. Aber acht Schüsse? Nein. Das scheint unvorstellbar. Die einzige Antwort kann Rassismus heißen. Denn Michael Brown hatte dunkle Haut, Darren Wilson hat weiße. Unter den Geschworenen saßen neben neun Weißen drei mit dunkler Haut. Doch wo steckt hier der Rassismus? Ist es nur der Rassismus des Gremiums, dass den hellhäutigen Polizisten schützen möchte oder wurde Michael Brown auch zum Opfer eines Rassisten? Bei der Anzahl an Schüssen ist das nicht undenkbar.

Die ach so freien Vereinigten Staaten von Amerika haben ein massives Rassismusproblem. Das gilt es zu lösen. Denn Michael Brown ist längst nicht das einzige Opfer.

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