Propaganda ist so einfach: Schlagworte in einen Topf und rühren

Sonntagabend, 21.45 Uhr, Gasometer in Berlin. Günther Jauch hat eine illustre Runde zum Thema Pegida eingeladen. Mit dabei: Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel und AfD-Chefhetzer Alexander Gauland. Alle waren gespannt auf die Aussagen der Pegida-Sprecherin, doch die wich klaren Antworten raus, streute immer wieder das Wort „Volk“ ein und offenbarte rhetorische Schwächen.

Interessanter war hingegen der erste Redebeitrag von Alexander Gauland. Der AfD-Politiker zeigte eindrucksvoll, wie einfach es ist, Propaganda zu machen. Er sagte, die Absage der Pegida-Demonstration am Montag aus Sicherheitsgründen sei der „Beginn der Islamisierung“ in Deutschland. Er mühte sich dabei auch gar nicht, genauer darauf einzugehen – oder die Sicherheitsbedenken, die der Grund für die Absage sind, als vorgeschobenes Argument darzustellen. Er stellte schlicht und einfach diese Behauptung auf. Das ist Propaganda auf hohem Niveau: Simpel, klar und unmissverständlich.

Es geht dabei nicht um einen logischen Sinn. Eine Kausalität ist nicht zu erkennen und Gauland bemüht sich auch nicht, diese herzustellen. Er hat eine Behauptung in den Raum geworfen, die ankommt. 1. Pegida wurde abgesagt, 2. das ist der Beginn der Islamisierung – suggeriert damit, dass die Demo verboten wurde, weil sie gegen die Islamisierung sei und damit einen gesteuerten Staat. Er lässt völlig außer Acht, dass die Absage zum Schutz der Demonstranten erfolgte.

Gauland selbst wird es wissen, doch die Adressaten sicher nicht. Für die bleibt die Botschaft stehen: Die Islamisierung hat begonnen.

Auf Twitter ist inzwischen zu sehen: Die Botschaft, wie er sie verbreiten wollte kam an. Die Schlagworte „Beginn der Islamisierung“ trendeten zwischenzeitlich auf Twitter – und es zeigte sich: So unsinnig die Behauptung Gaulands auch war, sie kam beim Adressaten an.

Hier wird die Kausalität nicht hinterfragt, sie wird hingenommen und weitergeplappert. Gauland hat seine Aufgabe heute mit Bravour gemeistert. Oertel hingegen muss noch fleißig üben.

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