Tag der Deutschen Einheit: Das ist der blanke Hohn

Das hat gerade noch gefehlt. Der Tag der Deutschen Einheit. Grundsätzlich ist das freilich ein Grund zur Freude. Der pseudo-sozialistische Unrechtsstaat DDR wurde aufgelöst und trat nun endlich der BRD bei. Doch irgendwie haben die Feierlichkeiten und Lobhudeleien auf Deutschland einen faden Beigeschmack. Überall wird gefeiert. Die Freiheit beschworen. Deutschland endlich eins und doch wirkt das Feiern offener, ja abgeschaffter Grenzen in der heutigen Zeit wie der blanke Hohn für all die Flüchtlinge, die in Ungarn auf Zäune und in Deutschland auf einen Bayerischen Heimatminister treffen, der über Zäune nachdenkt. Da tauchen Fragen auf. Gilt diese Freiheit grundsätzlich nur für „Deutsche“? Haben nur diese ein Recht darauf? Es schein so. Denn während Flüchtlinge sich derzeit mit Grenzkontrollen und Neonazis herumschlagen müssen feiert die Politprominenz die Einheit. Eine Farce.

Als wäre das nicht genug, zeigen die deutschen Fernsehanstalten einen Tag kaum etwas anderes als Rückblicke auf 25 Jahre deutsche Einheit. Gefühlsduseleien und Erfolgsgeschichten, die „den Deutschen“ seit der Wiedervereinigung ausmachen. Als hätten „die Deutschen“ nicht schon genug Selbstbewusstsein. Als gäbe es nicht schon genug unnachvollziehbaren Stolz, zufällig in diesem Land geboren worden zu sein. In einer Zeit, in der Neonazis das Land mit Terror überziehen sollte Demut das Gebot der Stunde sein. Keine Verknüpfung von „uns Deutschen“ mit Erfolgsgeschichten, an denen 99 Prozent keinen Anteil hatten.

So sehr die Deutsche Wiedervereinigung auch ein Schritt zu einer freien geeinten Welt war, so sehr verklären die aktuellen Feierlichkeiten die aktuelle Situation, in der Menschen nach langer Flucht an Grenzen warten müssen und nicht wissen, wie es mit ihrem Leben weitergeht.

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