Die „Jenaer Nachrichten“ als „besorgte Nachrichten“

Am 3. Oktober zogen wieder zahlreiche Rechtsextremisten durch Jena. Das Ziel: Sie wollten die Universitätsstadt zurückerobern. Rund 2500 Jenaer stellten sich dem Aufmarsch entgegen, zeigten Zivilcourage gegen Rassismus. Mit dabei wie immer Oberbürgermeister Albrecht Schröter. Entgegen aller Bemühungen der Jenaer Zivilbevölkerung durften die um Anerkennung ringenden Rechtsextremisten dennoch durch Jena ziehen. Doch das war nicht die einzige Enttäuschung an diesem Tag.

Die Internetseite „Jenaer Nachrichten“ gab dem ganzen auf ihrer Facebook-Seite einen faden Beigeschmack. Mit zahlreichen Posts an diesem Tage wurde versucht, die demokratischen Gegendemonstranten zu kriminalisieren. Gegendemonstranten wurden immer gleich als „links“ bezeichnet. Wurden sie erwähnt, wurde die Verbindung zu Straftaten hergestellt. Nicht das erste Mal, dass die Facebook-Seite der „Jenaer Nachrichten“ ein merkwürdiges Bild abgibt, denn moderiert wird schlecht und oft zu spät. Lange stehen Kommentare auf der Seite, die jenseits des guten Geschmacks und teilweise sogar fernab des Gesetzes sind.

Die Kirsche auf der dunkelbraunen Sahnetorte der „Jenaer Nachrichten“-Facebookseite stellte dann ein Post vom 4. Oktober dar. Ein Screenshot von Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der den Rechtsextremen Demonstranten den Mittelfinger zeigt, wird süffisant kommentiert.

OB Schröter wird hier im Unterton für seine klare Positionierung kritisiert. Er wird dem Publikum der Seite zum Fraß vorgeworfen. Ebenfalls mehr als fragwürdig ist die Diktion „In Jena kann man(n) noch öffentlich seine Meinung äußern“. Ein klarer Seitenhieb an die Jenaer Zivilgesellschaft, die am 3. Oktober versuchte den Neonazi-Aufmarsch zu verhindern – oder in der Diktion der Rechtsextremen die freie Meinungsäußerung der besorgten Bürger.

Unterschrieben war der Post mit „(mb)“. Ein Blick ins Impressum der „Jenaer Nachrichten“ reicht aus, um herauszufinden, dass dieses Kürzel nur zum Verantwortlichen Redakteur Michael Baumgarten passt.

Ob der Post tatsächlich aus der Feder Baumgartens stammt, ist freilich nicht nachweisbar, auf seiner Seite, wird der Post allerdings immerhin toleriert.

Fest steht: Die Berichterstattung der „Jenaer Nachrichten“ sollten mit Vorsicht genossen werden. Gerade, wenn es um Flüchtlinge oder Rassisten geht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s