Helmut Schmidt ist tot. Ein Nachruf

Zugegeben. Das ist schon ein merkwürdiger Nachruf. Ich bin zu jung, um das politische Wirken von Helmut Schmidt mitbekommen zu haben. Auch kam ich nie in den Genuss, ihn einmal persönlich zu treffen – und doch hat mich die Nachricht vom Tod des 96-Jährigen schwer getroffen.

Schon als kleines Kind schwärmte mir meine Mutter von dem Mann vor, der einmal Deutschland regierte und nun im Reihenhaus in Langenhorn lebte. Dem großen Sozialdemokraten. Dem Hamburger.

Erst später erfuhr ich, dass Schmidt noch viel mehr war. Ein überzeugter Europäer, ein grandioser Redner, ein unbequemer Querdenker, ein niemals pausierender Kettenraucher – und einer, der bis ins hohe Alter klar im Kopf geblieben ist.

Einer der nach seiner politischen Laufbahn zum Gewissen der Deutschen wurde. Redete er, waren seine Zuhörer still. Er gab keine Lösungen vor. Vielmehr eröffnete er noch einen weiteren Weg, der einem zeigte: So einfach ist es nicht. Er wollte den Mitbürgern immer das Beste raten, nicht das Angenehmste.

Mich hat er immer zum Denken angeregt, mir neue Sichtweisen aufgezeigt. Mir das Vertrauen auch in schwierigen Situationen gegeben.

Seine Stimme wird in der Zukunft fehlen. Seine besonnenen Ratschläge. Doch wir tun gut daran, uns auch zukünftig zu fragen, was würde Helmut Schmidt tun – und das ganze bei einer Zigarette zu überdenken.

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