Nach den Anschlägen von Paris: „ISIS“ und Pegida – Brüder im Geiste

Es ist grausam. Die Terrorserie vom Freitagabend in Paris wiegt schwer. Mindestens 126 Menschen ließen ihr Leben, als die mutmaßlichen „ISIS“-Terroristen die französische Hauptstadt ins Chaos stürzten. Es ist entsetzlich. So sinnlos mussten viele Menschen sterben, viel mehr sind schwer verletzt – und noch mehr sind traumatisiert.

So sinnlos, so surreal. Und dennoch kann ich nicht anders, als das Ganze zu zerdenken. Wem bringt dieses grausame Verbrechen etwas? Wer hat etwas davon? Da sind natürlich die verblendeten Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“. Und in Europa? Da sind es die rechten Kräfte. Der Front National, Pegida und Co..

Die auf den ersten Blick so verschiedenen Verbrechergruppen eint vieles. Beide sehen sich in einem paranoiden Kampf gegen den Rest der Welt. Beide lassen keine Meinung neben der eigenen zu, erst recht keine Weltanschauung – und beide haben ein gemeinsames Feindbild: die freie westliche Welt, Amerika und seine Verbündeten.

Ich will nicht unterstellen, dass der Front National oder Pegida an den unfassbaren Anschlägen vom Freitagabend beteiligt waren, oder davon wussten und die Mörder gewähren ließen – doch sie werden davon profitieren. Genauso, wie „ISIS“ von einem Erstarken der Rechten in Europa profitieren würde.

Beide verbrecherischen Gruppen leben von der Angst und Isolation ihrer Schafe. Pegida und der Front National schüren die Angst, die Terroristen vermeintlich im Namen des Islam verbreiten, setzten dort an, vermischen verblendete Terroristen mit normalen Moslems und präsentieren sich als einzige Lösung.

Andersherum braucht „ISIS“ auch die Ablehnung, die Ausgrenzung, die ein Erstarken der rechten Gruppen mit sich bringen würde.

Beide extremistische Vereinigungen leben voneinander, brauchen sich, wie die Luft zum Atmen. So kämpfen sie – vermeintlich verfeindet – gegen den gemeinsamen Feind: die freie, pluralistische Welt.

Diese freie Welt gilt es in diesen Zeiten zu verteidigen. Die Grundlage dafür ist, keinen Verführern auf den Leim zu gehen. Weder von „ISIS“ noch von Pegida. Denn diese Gruppen sind natürliche Verbündete, denen wir widerstehen müssen, denen wir mit Toleranz, Offenheit und Lebensfreude begegnen müssen. Für die Freiheit.

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