Pegida und Co.: Die negativen Folgen des WM-Triumphs

13. Juli 2014. Ich sitze mit Freunden vor dem Fernseher. Die Uhr zeigt 23.24 Uhr. Der Ball kommt zu Mario Götze. Tom Barthels brüllt „Mach ihn, mach ihn – er macht ihn!“ Die Siegerehrung. Freudentaumel. Keine Frage: raus zum Autokorso. Feiern! Die DFB-Auswahl ist Weltmeister. Dann Ernüchterung.  Ein paar besoffene Jungs am Nürnberger Plärrer in meinem Alter grölten: „Endlich sind wir wieder wer!“

An das „wir“ habe ich mich längst gewöhnt. Wir sind Papst. Wir sind Weltmeister. Lächerlich, aber dagegen anzukämpfen lohnt nicht. Doch brauchte Deutschland wirklich dieses zusätzliche Selbstvertrauensschub? Ich denke nicht. Weiterlesen

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„Ich bin ja kein Nazi, aber…“ – Das eine Szenario

Es ist einer der grauenhaftesten Sätze der letzten Jahre: „Ich bin ja kein Nazi, aber…“ Eingesetzt werden häufig Wortgruppen wie: „aber die Ausländer sind nunmal kriminell“ oder „es kann nicht sein, dass die Flüchtlinge 3000 Euro im Monat bekommen und wir nichts.“ Das schlimme ist zum einen, dass hinter dem „aber“ immer abstrusere Unwahrheiten auftauchen, zum anderen, dass scheinbar viele ihre Xenophobie tatsächlich nicht mit den Parolen der Neonazis und rechter Rattenfänger in Verbindung bringen, sich in der Mitte der Gesellschaft sehen – und in Dresden scheinbar Woche für Woche darin bestätigt werden. Weiterlesen