Alles Gute, Comandante ben Yoseph

Heiligabend. Das Fest der Freude und der Nächstenliebe beginnt. Wir Christen feiern die Geburt Jesu. Gott hatte seinen Sohn auf die Erde geschickt, nur wenige Jahre später wurde er gekreuzigt, er starb und nahm die Sünden der Welt auf sich.

Mit Jesus hat Gott nicht nur den Erlöser auf die Erde gebracht sondern auch einen Widerstandskämpfer, einen mit großen Tugenden. Ein Widerstandskämpfer, der frei von Hass war, frei von Angst. Einen, der „die andere Wange hinhalten“ nicht nur propagiert, sondern auch gelebt hat.

Diese Tugenden sollten uns heute ganz besonders wichtig sein. Jesus begehrte auf, ohne dabei Gewalt anzuwenden, Jesus eckte an, in dem er so viel Liebe gab, wie sich zu diesem Zeitpunkt niemand vorstellen konnte. Jesus half Menschen, egal wie aussätzig sie im wahrsten Sinne des Wortes waren. Er scherte sich nicht darum, wem er half, ganz egal was die römischen Besatzer davon hielten.

Diese Details der Christlichen Nächstenliebe sollten wir uns nicht nur an diesem Tag wieder in Erinnerung rufen. Widerstand funktioniert nicht nur mit Waffen, Wut und Hass, denn das sind die Mittel der Aggressoren. Die Mittel von „ISIS“, die Mittel der AfD, die Mittel aller Faschisten dieser Welt.

Gerade heute sollten wir uns daran erinnern, was die Welt zusammenhält, die Nächstenliebe und das Vertrauen in die Zukunft. Jesus wurde gekreuzigt und doch hat seine Botschaft die Jahrhunderte überdauert. Seine Botschaft wurde von den Römern, die ihn ermordet haben, knapp 400 Jahre später in leicht veränderter Weise zur Staatsreligion erklärt.

Jesus hat gewonnen, die Liebe hat gewonnen, gegen alle Aggression, gegen alle Waffen, gegen die Unterdrückung. Jesus, der linke Revolutionär.

Schluss mit Panik, die Geschäfte haben wieder offen

Jetzt wird mir klar, warum ich heute so früh aufgewacht bin. Muss ja ein Morzlärm gewesen sein, als den Menschen die Steine vom Herzen gefallen sind. Seit dem Morgen können sie endlich wieder einkaufen. Die drei Tage scheinen an den Nerven gezehrt zu haben. Und ich frage mich ehrlichgesagt warum. Es kam ja nicht sonderlich überraschend, dass auf die Weihnachtsfeiertage ein Sonntag folgt. Das war seit Umstellung auf den Gregorianischen Kalender abzusehen – und doch stürmten Menschen schon am zweiten Weihnachtsfeiertag die wenigen geöffneten Supermärkte. Freunde berichteten, dass beim Lidl im Nürnberger Hauptbahnhof sogar zeitweise ein Einlassstopp verhängt wurde. Auch der Edeka an der Friedrichstraße in Berlin platzte aus allen Nähten. Am 27. Dezember wiederholte sich das Schauspiel.

Verstehen kann ich das nicht. Zugegeben: Es fehlt immer irgendwas, egal wie akribisch die Planung ist. Doch kann es wirklich so wichtig sein, dass man plötzlich aufsteht und sagt: ‚Jetzt brauch ich noch eine Packung Käse und einen Joghurt‘? Denn nichts anderes wird man bei Lidl oder Edeka bekommen. Es gibt keine lebenserhaltende Medizin im Supermarkt und auch ein halbherziges, verspätetes Geschenk wird nur schwer zu bekommen sein. Und dennoch stellen sich unzählige Menschen in die meterlangen Schlangen. Kaufen, kaufen, kaufen.

Für das nächste Fest kann ich nur raten: Bleiben Sie einfach zu Hause und lenken Sie sich von Ihrem spontanen Heißhunger ab. Das spart eine Menge Stress in der Supermarktschlange.